Bin ich geeignet für Augenlasern? Voraussetzungen, Krankheiten & Kriterien

AugenlasernWeitsichtigkeit
Dr. Luise Weitzdörfer medizinisch geprüft. Fachärztin für Augenheilkunde mit langjähriger Expertise im Augenlasern.

Autor Dr. Luise Weitzdörfer medizinisch geprüft. Fachärztin für Augenheilkunde mit langjähriger Expertise im Augenlasern.

Eine Eignung für das Augenlasern besteht grundsätzlich ab 18 Jahren bei einer stabilen Sehkraft (Myopie, Hyperopie, Astigmatismus) und einer ausreichenden Hornhautdicke. Strenge Kontraindikationen sind unbehandelte Autoimmunerkrankungen, eine Schwangerschaft oder schwere Augenerkrankungen wie ein fortgeschrittener Grauer Star. Bei leichten Vorerkrankungen wie trockenen Augen entscheidet eine präzise Voruntersuchung.

Grundvoraussetzungen: Alter, Stabilität & Dioptrien-Grenzen

Das Mindestalter für den Eingriff beträgt 18 Jahre. Der Augapfel wächst in der Jugend noch – ein Eingriff an einem noch wachsenden Auge wäre nicht nachhaltig. Eine absolute Altersgrenze nach oben gibt es nicht, doch ab ca. 45 Jahren setzt die Alterssichtigkeit ein, und ab 60 Jahren wächst das Risiko für Linseneintrübungen. In diesen Lebensphasen prüfen wir individuell, ob Laserverfahren oder Linsentausch sinnvoller ist.

Stabilität der Werte: Ihre Dioptrien müssen seit mindestens 12, idealerweise 24 Monaten konstant sein.

Dioptrien-Grenzen: Kurzsichtigkeit bis ca. -8 bis -10 dpt, Weitsichtigkeit bis ca. +3 bis +4 dpt, Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis ca. 5–6 dpt – oft in derselben Sitzung mit der Myopie/Hyperopie korrigierbar.

Die exakte Diagnostik: Hornhautdicke, Topographie & Tränenfilm

Jeder Laserabtrag entfernt Hornhautgewebe. Deshalb ist die Beschaffenheit der Hornhaut das wichtigste Kriterium:

Hornhautdicke (Pachymetrie): Eine gesunde Hornhaut ist ca. 500–550 µm dick. Die absolute Untergrenze liegt bei ca. 480 µm. Bei dünnerer Hornhaut kommen alternative Verfahren wie Trans-PRK in Frage.

Hornhauttopographie: Eine detaillierte 3D-Landkarte der Hornhaut. So erkennen wir selbst minimale Unregelmäßigkeiten, die auf einen Keratokonus hindeuten könnten. Bei Keratokonus ist ein Laserabtrag strengstens verboten.

Augeninnendruck: Essenziell zum Ausschluss eines unerkannten Glaukoms. Tränenfilmanalyse: Wir messen exakt Menge, Zusammensetzung und Stabilität Ihrer Tränenflüssigkeit.

Augenlasern bei Augenerkrankungen: Das Ampel-System

🟢 Grün – Unproblematisch: Stabile Fehlsichtigkeit ohne Begleiterkrankungen. Leichte saisonale Allergien sind außerhalb der Pollensaison kein Problem.

🟡 Gelb – Einzelfallentscheidung: Rheuma im Ruhestadium, leicht trockene Augen, gut eingestellter Grüner Star ohne Gesichtsfeldausfälle, dünne Hornhaut (Verfahrenswahl entscheidet).

🔴 Rot – Keine Behandlung möglich: Akute Autoimmunschübe, Schwangerschaft/Stillzeit, Keratokonus, fortgeschrittener Grauer Star, schwere Makuladegeneration.

Grauer Star: Der Laser bearbeitet nur die Hornhaut – bei eingetrübter Linse hilft nur der Linsenaustausch. Trockene Augen: Leichte Fälle sind nach intensiver Vorbehandlung (Punctum Plugs, IPL, Hyaluronsäure) oft möglich. Schwere Fälle: Kontraindikation.

Augenlasern bei Rheuma, Autoimmun- & Schilddrüsenerkrankungen

Systemische Erkrankungen betreffen den gesamten Körper und beeinflussen die Wundheilung gravierend.

Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Lupus, Morbus Crohn): Im akuten Entzündungsschub absolute Kontraindikation – das Immunsystem ist hyperaktiv, schwere Wundheilungsstörungen drohen. In stabiler Remission und bei optimaler medikamentöser Einstellung ist eine Einzelfallentscheidung in Absprache mit dem Rheumatologen möglich.

Schilddrüsenerkrankungen: Bei stabiler Hormonlage (z.B. Hashimoto) in der Regel unproblematisch. Bei Morbus Basedow mit aktiver Augenbeteiligung raten wir strikt ab.

Was tun, wenn Augenlasern nicht möglich ist? Alternativen & nächste Schritte

Ein „Nein“ zum Augenlasern ist kein „Nein“ zu einem Leben ohne Brille. Die beste Alternative ist die EVO ICL (implantierbare Kontaktlinse): Es wird kein Gewebe von der Hornhaut abgetragen, der Tränenfilm bleibt intakt, der Eingriff ist vollständig reversibel und bietet oft überlegene Sehqualität. Ideal bei: dünner Hornhaut, extrem hohen Dioptrien (bis -18 dpt) oder chronisch trockenen Augen.

⚠️ Medizinisches Warnsignal: Sollte Ihnen ein Anbieter versprechen, Sie „auf jeden Fall risikolos“ lasern zu können, ohne Ihre Krankengeschichte zu erfragen, raten wir zu äußerster Vorsicht. Medizinische Exzellenz bedeutet auch, zum Schutz des Patienten „Nein“ zu sagen.

Die aktuelle Sehstärke und die exakte Dioptrienzahl sind entscheidende Faktoren. Ob Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus vorliegt, wird in einer umfassenden Untersuchung analysiert. Erst wenn wir Klarheit über die Stabilität Ihrer Werte haben, können wir gemeinsam entscheiden, ob der richtige Zeitpunkt für einen Eingriff gekommen ist.

Ja, Ihr allgemeiner Gesundheitszustand spielt eine wesentliche Rolle. Bestimmte Erkrankungen wie unkontrolliertes Rheuma oder schwere Autoimmundefizite können die Wundheilung beeinträchtigen. Liegt bereits eine Linsentrübung vor oder benötigen Sie primär eine Lösung für die Lesebrille, prüfen wir, ob ein Linsenverfahren statt der Laseroperation bessere Ergebnisse liefert.

Bei Visus One setzen wir auf modernste Technologien: SMILE Pro (flap-frei, ~10 Sekunden pro Auge, ideal für aktive Menschen) und Femto-LASIK (bewährter Goldstandard für ein breites Spektrum). Unter der Leitung unserer Fachärzte führen wir jeden Eingriff mit höchster Präzision durch – das Ziel: dauerhafte Korrektur und maximale Lebensqualität.

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